Timo Wessels
◆ KI und WordPress WP Meetup Hamburg #140

Kapitel 7b

„WordPress ist ein Gefängnis"

Das ist kein Strohmann. Das stand diese Woche auf LinkedIn, mit Namen darunter — und die Antworten waren besser als der Vorwurf.

  • Der Vorwurf: „kostenlos", bis die Rechnungen kommen. Security, Builder, SEO, Backup, Caching, Formulare — jedes ein Abo, jedes ein Update, jedes etwas, das um 23 Uhr kaputtgeht.
  • Die schärfste Antwort: Wer da rausführt, führt meistens in einen geschlossenen Stack. „Das ist keine Flucht, das ist ein neuer Vermieter."
  • Die zweite: Wenn Shop, Mail, Login, Zahlung und Versand alle einzelne Dienste werden — dann ist SaaS-Hölle nichts anderes als Plugin-Hölle. Nur neuer verpackt.
  • Die dritte kommt vom Kunden her: Für jeden geänderten Satz einen Entwickler fragen ist auch ein Gefängnis. Nur eins ohne Schlüssel.
  • Und meine: Der das schreibt, war zehn Jahre WordPress-Entwickler. Er hat nicht das Gefängnis abgeschafft — er ist umgezogen und entscheidet jetzt, in welches ihr einzieht.

Ich trage das vor, weil der Vorwurf stimmt — für schlecht gebaute Websites. Was er übersieht, steht in Kapitel 2: Der Zugang ist inzwischen im Core.

WordPress ist Open Source und portabel. Eine proprietäre Plattform gibt dem Kunden meistens weniger Möglichkeiten, nicht mehr. Das ist keine Flucht, das ist ein neuer Vermieter.