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hreflang: Wenn es deine Seite in mehreren Sprachen gibt
Sobald es eine Seite in mehr als einer Sprache gibt, entsteht ein Problem, das ohne technische Angabe nicht lösbar ist: Woher soll eine Suchmaschine wissen, dass die deutsche und die englische Fassung dieselbe Seite sind — und nicht zwei konkurrierende Inhalte?
4 Min. Lesezeit
Von Timo Wessels Veröffentlicht am
Worum es geht
Sobald es eine Seite in mehr als einer Sprache gibt, entsteht ein Problem, das ohne technische Angabe nicht lösbar ist: Woher soll eine Suchmaschine wissen, dass die deutsche und die englische Fassung dieselbe Seite sind — und nicht zwei konkurrierende Inhalte?
Dafür gibt es hreflang. Es ist eine Zeile im Seitenkopf, die für jede Sprachfassung angibt, unter welcher Adresse sie liegt und für welche Sprache und Region sie gedacht ist.
Wenn du nur eine Sprache hast, kannst du an dieser Stelle aufhören zu lesen. Der Befund betrifft dich nicht.
Warum das zählt
Die Regel, an der fast alles hängt, heißt Gegenseitigkeit: Jede Sprachfassung muss alle anderen benennen — sich selbst eingeschlossen. Nennt Seite A die Seite B als Alternative, Seite B aber nicht die Seite A, wird die Angabe komplett ignoriert.
Das Tückische daran: Von jeder einzelnen Seite aus gelesen sieht die Auszeichnung vollkommen korrekt aus. Der Fehler existiert nur in der Beziehung zwischen den Seiten. Deshalb überlebt er in vielen Projekten jahrelang.
Was passiert, wenn hreflang fehlt oder ignoriert wird: Suchmaschinen spielen Nutzern die falsche Sprachversion aus. Ein deutscher Suchender landet auf der englischen Seite, obwohl es die deutsche gibt. Oder die beiden Fassungen konkurrieren miteinander, und keine rankt richtig.
Der zweithäufigste Fehler sind ungültige Sprach- und Regionscodes. de-DE ist korrekt, de_DE mit Unterstrich nicht. de-AT bezeichnet Deutsch in Österreich, at allein ist kein gültiger Sprachcode. Und x-default fehlt oft ganz — das ist die Fallback-Angabe für alle, deren Sprache nirgends genannt ist.
Neben der Auszeichnung steht die Frage der Adressstruktur. Drei Varianten sind üblich, und sie sind unterschiedlich gut:
Eine eigene Länderdomain (kundendomain.de) ist das stärkste Geotargeting-Signal und die richtige Wahl für Kunden, die genau einen Markt bedienen. Unterverzeichnisse (kundendomain.de/en/) bündeln die Autorität auf einer Domain und sind am einfachsten zu pflegen — das ist der Normalfall für mehrsprachige Websites. Subdomains (en.kundendomain.de) sind zu vermeiden: Sie haben die Nachteile der beiden anderen Varianten und kaum deren Vorteile.
Für den deutschsprachigen Raum gibt es eine praktische Besonderheit: Wenn derselbe deutsche Text Deutschland, Österreich und die Schweiz bedienen soll, gehört neben de-DE, de-AT und de-CH auch ein allgemeines de als Auffangwert dazu.
Wie du das selbst prüfst
Öffne den Quelltext der deutschen Seite (Strg+U) und suche nach hreflang. Notiere alle Adressen, die dort genannt werden. Öffne dann jede dieser Adressen und mache dasselbe. Am Ende muss jede Seite jede andere nennen und sich selbst.
Das ist mühsam, aber für drei bis fünf Sprachfassungen in ein paar Minuten erledigt — und es ist der einzige Test, der die Gegenseitigkeit tatsächlich prüft.
Achte dabei auf die Schreibweise der Codes: Bindestrich, nicht Unterstrich. Kleingeschriebener Sprachcode, großgeschriebener Regionscode (de-CH, nicht DE-ch).
In der Google Search Console gibt es keinen eigenen hreflang-Bericht mehr. Was du dort aber siehst: Wenn unter „Seiten" viele Adressen als „Alternative Seite mit richtigem kanonischem Tag" ausgeschlossen sind, obwohl es eigenständige Sprachfassungen sein sollten, stimmt etwas nicht.
Und der Praxistest: Suche bei Google nach einem Begriff aus deiner englischen Seite und prüfe, welche Fassung ausgespielt wird.
Was zu tun ist, wenn es fehlt
In WordPress erledigt das ein Mehrsprachigkeits-Plugin. Wenn eines läuft und die Auszeichnung trotzdem unvollständig ist, liegt das meistens daran, dass einzelne Seiten keine Übersetzungsverknüpfung haben — dann fehlt für genau diese Seiten der Gegenverweis.
Prüfe also nicht das Plugin, sondern die Verknüpfungen: Jede Seite muss im Backend ihrer Übersetzung zugeordnet sein.
Ergänze x-default für die Fassung, auf der jemand landen soll, dessen Sprache du nicht anbietest.
Achte darauf, dass hreflang und Canonical dasselbe sagen. Eine englische Seite, die per Canonical auf die deutsche zeigt, nimmt sich selbst aus dem Index — dann hilft die beste hreflang-Auszeichnung nichts.
Und wenn du erst planst: Entscheide dich für Unterverzeichnisse, außer es gibt einen konkreten Grund für eigene Länderdomains. Subdomains sind der Weg, den man später bereut.
Quellen
- Jede Sprachfassung muss alle anderen einschließlich sich selbst referenzieren; Format
<link rel="alternate" hreflang="de" href="...">im Head; x-default als Rückfallebene; unvollständige Matrix als häufigster Fehler; fehlerhafte oder fehlende hreflang-Auszeichnung führt dazu, dass Suchmaschinen die falsche Sprachversion ausspielen -- @ctx:atlas-seo-technical-audit@1 - ccTLD als stärkstes Geotargeting-Signal für Ein-Markt-Kunden; Unterverzeichnisse bündeln Autorität und sind am einfachsten zu pflegen; Subdomains aktiv vermeiden; Parameter nicht empfohlen; hreflang ist unabhängig von der Struktur das primäre Signal; DACH-Zielsetzung mit de-Auffangwert plus de-AT, de-CH, de-DE; bidirektionale Annotation pro URL über Head, Sitemap oder HTTP-Header -- @ctx:atlas-seo-practice-2026@3
- hreflang-Tags setzen, falls mehrsprachig -- @ctx:projects-websites-dhs-cpt-checklisten-technisches-seo-content@2