SEO
Die Search Console lesen: was die Zahlen dir sagen
Die Google Search Console ist das einzige Werkzeug, das dir zeigt, wie Google deine Website tatsächlich sieht.
9 Min. Lesezeit
Von Timo Wessels Veröffentlicht am
Die Google Search Console ist das einzige Werkzeug, das dir zeigt, wie Google deine Website tatsächlich sieht. Nicht geschätzt, nicht hochgerechnet — die echten Daten.
Sie ist kostenlos, und trotzdem schaut bei den meisten Betrieben niemand hinein. Meist aus einem einfachen Grund: Sie zeigt viele Zahlen, und es ist nicht offensichtlich, welche davon eine Entscheidung nach sich zieht.
Dieser Artikel geht durch, was tatsächlich nützlich ist.
Einrichten
Drei Schritte:
1. Property anlegen — und zwar als Domain-Property. Es gibt zwei Arten. Die Domain-Property deckt alle Varianten ab: mit und ohne www., http und https, alle Unterdomains. Die andere Art deckt nur genau eine Adressvariante ab und erzeugt dadurch Lücken. Nimm die Domain-Property.
2. Inhaberschaft bestätigen über einen DNS-Eintrag. Bei vielen Anbietern geht das automatisch; sonst ist es ein TXT-Eintrag, den du beim Domainanbieter einträgst.
3. Sitemap einreichen. Meist liegt sie unter deinedomain.de/sitemap.xml oder ist in der robots.txt genannt.
Ein Hinweis zur Geduld: Nach dem Einrichten dauert es bis zu zwei Tage, bis Daten erscheinen. Und die Search Console zeigt Daten rückwirkend nur ab dem Zeitpunkt der Einrichtung — sie kennt deine Vergangenheit nicht. Das ist ein Grund, sie einzurichten, bevor man sie braucht.
(Udemy, Google Search Console für SEO, April 2026)
Der Leistungsbericht: vier Zahlen
Impressionen — wie oft deine Seite in den Suchergebnissen angezeigt wurde.
Klicks — wie oft jemand darauf geklickt hat.
CTR — der Anteil der Klicks an den Impressionen.
Durchschnittliche Position — an welcher Stelle du im Schnitt standest.
Zur Position gleich eine Einordnung, die vor Fehlschlüssen bewahrt: Position 1 ist heute nicht mehr das, was sie war. Über den organischen Ergebnissen stehen Anzeigen, KI-Antworten, Kartenausschnitte, Fragenblöcke. Position 1 kann bedeuten, dass man erst nach zweimal Scrollen sichtbar wird.
Deshalb: Schau auf Klicks, nicht auf Position. Eine Seite auf Position 4 mit 200 Klicks ist wertvoller als eine auf Position 1 mit 20.
Der nützlichste Bericht überhaupt
Es gibt eine Auswertung, die fast immer sofort Arbeit ergibt: Seiten mit vielen Impressionen und wenigen Klicks.
Diese Seiten ranken bereits. Google zeigt sie an. Aber niemand klickt.
Das heißt: Der schwere Teil ist geschafft. Was fehlt, ist der Grund zum Klicken — und der steht im Seitentitel und in der Beschreibung, die im Suchergebnis angezeigt werden.
So findest du sie: Leistungsbericht öffnen, auf den Reiter „Seiten" wechseln, nach Impressionen sortieren, und in der CTR-Spalte nach auffällig niedrigen Werten suchen. Ein Wert unter 0,2 Prozent bei nennenswerten Impressionen ist ein klarer Kandidat.
Was du dann tust:
- Seitentitel überarbeiten. 60 bis 70 Zeichen, damit er nicht abgeschnitten wird, und mit einem Grund zum Klicken.
- Beschreibung überarbeiten. Sie ist kein Rankingfaktor, aber sie entscheidet über den Klick.
- Inhalt ergänzen, wenn die Suchanfragen zeigen, dass Leute etwas suchen, das auf der Seite nicht steht.
Der letzte Punkt führt zum zweiten nützlichen Blick.
Suchanfragen lesen
Im Reiter „Suchanfragen" siehst du, mit welchen Begriffen Leute auf deiner Seite gelandet sind. Das ist die ehrlichste Rückmeldung, die du bekommen kannst — die tatsächlichen Worte deiner Kunden.
Zwei Dinge, auf die es sich zu achten lohnt:
Erstens: Suchabsicht. Passt der Begriff zu dem, was die Seite bietet? Wer „Was kostet eine Website" sucht, will einen Preis, keine Leistungsbeschreibung. Wenn die Anfragen zeigen, dass Leute mit einer anderen Erwartung kommen, als deine Seite erfüllt, ist das die Erklärung für eine niedrige Klickrate — und manchmal für ausbleibende Anfragen trotz Besuchern.
Suchabsichten lassen sich grob einteilen: etwas wissen wollen, etwas tun wollen, eine bestimmte Website suchen, etwas in der Nähe suchen. Eine Seite kann nur eine davon gut bedienen.
Zweitens: Marke gegen Nicht-Marke. Filter die Anfragen einmal nach deinem Firmennamen und einmal danach ohne. Anfragen mit dem Firmennamen sind Leute, die dich schon kennen. Anfragen ohne sind neue Leute.
Wenn fast der gesamte Verkehr über den Firmennamen kommt, ist die Website als Visitenkarte gut und als Kanal für Neukunden schwach. Das ist eine wichtige Erkenntnis, weil sie darüber entscheidet, wo Arbeit hingehört.
Nützlich sind außerdem die Vergleichszeiträume: letzte 28 Tage gegen die 28 davor. So siehst du Bewegung statt nur Zustand.
Und eine praktische Grenze: Die Search Console hält Daten nur 16 Monate vor. Wer Vergleiche über längere Zeiträume ziehen will, muss exportieren. Ein monatlicher Export kostet fünf Minuten und ist in zwei Jahren viel wert.
(Udemy, Google Search Console für SEO, April 2026)
Der Indexierungsbericht
Der zweite Bereich, der Entscheidungen nach sich zieht: Welche deiner Seiten sind im Index, und welche nicht — und warum nicht.
Der Bericht sortiert die nicht indexierten Seiten nach Grund. Die Kategorien, die es wert sind, angeschaut zu werden:
„Durch noindex-Tag ausgeschlossen." Prüf, ob das gewollt ist. Bei wichtigen Seiten ist es das meistens nicht.
„Soft 404." Die Seite antwortet mit „alles in Ordnung", sieht für Google aber leer aus. Häufigste Ursache: Fehlerseiten, die pauschal auf die Startseite weiterleiten, und Seiten mit sehr dünnem Inhalt.
„Seite mit Weiterleitung." In Ordnung, solange es gewollt ist.
„Alternative Seite mit richtigem kanonischem Tag." Meist in Ordnung — die Seite ist eine Variante einer anderen.
„Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert." Der interessanteste Fall. Google hat die Seite abgerufen und sich entschieden, sie nicht aufzunehmen. Das ist meistens ein Qualitätsurteil: zu dünn, zu ähnlich zu einer anderen Seite, kein eigener Wert.
Die richtige Reaktion darauf ist nicht, die Indexierung erneut zu beantragen, sondern die Seite zu verbessern — oder zu löschen und ihren Inhalt mit einer anderen zusammenzuführen.
Die URL-Prüfung oben in der Leiste beantwortet dieselbe Frage für eine einzelne Adresse, und zwar mit Begründung. Sie hat außerdem einen Live-Test, der zeigt, wie Google die Seite gerade sieht — mit Bildschirmfoto und einer Liste der Ressourcen, die nicht geladen werden konnten. Das ist der schnellste Weg herauszufinden, ob eine gesperrte CSS- oder JavaScript-Datei die Darstellung verhindert.
Die weiteren Bereiche, kurz
Core Web Vitals. Die Ladezeit-Werte aus echten Nutzerdaten, gruppiert nach Seitentypen. Der Vorteil gegenüber einer Einzelmessung: Du siehst, welche Gruppe von Seiten ein Problem hat, nicht nur eine Beispielseite.
HTTPS. Zeigt Adressen, die noch unverschlüsselt erreichbar sind. Jede davon gehört per dauerhafter Weiterleitung auf die verschlüsselte Fassung.
Strukturierte Daten. Zeigt, welche Auszeichnungen Google erkannt hat und wo Fehler stecken. Wichtig zu wissen: Rote Fehler verhindern die Anzeige erweiterter Suchergebnisse, gelbe Warnungen sind Empfehlungen und kein Muss. Und: Google entscheidet selbst, ob eine erweiterte Darstellung angezeigt wird — korrekte Auszeichnung ist Voraussetzung, keine Garantie.
Links. Zeigt interne und externe Verlinkung. Der interne Teil ist der nützlichere: Er zeigt, welche Seiten wie viele interne Links haben. Ganz unten stehen die unterversorgten.
Zur externen Verlinkung eine Einordnung: Die Daten sind unvollständig und ungewichtet. Und Spam-Links — viele Links von einer einzigen fremden Domain auf eine einzelne Seite — sind in aller Regel einfach zu ignorieren. Google kommt damit zurecht.
Sicherheit und manuelle Maßnahmen. Zwei Berichte, die meistens leer sind. Wenn sie es nicht sind, hat das Vorrang vor allem anderen. Bei plötzlichem Einbruch des Verkehrs sind sie die erste Anlaufstelle: entweder ein Angriff oder eine manuelle Abwertung durch Google.
Crawling-Statistik. Unter den Einstellungen. Zeigt, wie oft Google deine Seiten abruft, wie lange dein Server dabei antwortet und welche Statuscodes zurückkommen. Ein plötzlicher Einbruch der Abrufe deutet auf ein Serverproblem hin.
(Udemy, Google Search Console für SEO, April 2026)
Wie oft hineinschauen
Wöchentlich, fünf Minuten: Übersichtsseite. Gab es einen auffälligen Einbruch? Neue Fehler?
Monatlich, eine halbe Stunde: Leistungsbericht mit Vergleichszeitraum. Welche Seiten haben gewonnen, welche verloren? Gibt es Seiten mit vielen Impressionen und wenigen Klicks? Indexierungsbericht auf neue Probleme prüfen. Daten exportieren.
Quartalsweise: Suchanfragen durchgehen. Passen Absicht und Inhalt? Was suchen Leute, das es bei dir nicht gibt?
Und ein Werkzeug, das kaum jemand nutzt: Anmerkungen. Du kannst Ereignisse eintragen — Relaunch, neue Seite, größere Änderung. Wenn drei Monate später der Verkehr einbricht, weißt du, was in der Woche davor passiert ist. Ohne diese Notiz rätst du.
Zwei Fehlschlüsse, die häufig vorkommen
Der site:-Operator ist kein Indexierungsbericht. Die Eingabe site:deinedomain.de in der Suche liefert eine grobe Schätzung, keine Wahrheit. Für die Frage, was indexiert ist, gibt es den Indexierungsbericht — der ist genau.
Nicht jede Seite ohne Verkehr ist ein Problem. Manche Seiten sollen keinen Verkehr bringen. Impressum, Datenschutz, Dankeseiten. Die Frage ist nicht „warum hat diese Seite keine Klicks", sondern „soll diese Seite Klicks haben". Seiten, die weder Verkehr bringen noch einen anderen Zweck erfüllen, gehören zusammengeführt oder gelöscht.
Was zu tun ist
1. Richte sie ein, wenn du sie nicht hast. Als Domain-Property.
2. Reich die Sitemap ein.
3. Prüf die fünf wichtigsten Seiten in der URL-Prüfung. Sind sie im Index?
4. Such die Seiten mit vielen Impressionen und wenigen Klicks. Das ist der schnellste Ertrag, den die Search Console liefert.
5. Lies die Suchanfragen einmal komplett durch. Nicht analysieren — lesen. Es steht fast immer etwas darin, das man nicht erwartet hat.
6. Setz dir einen monatlichen Termin. Fünf Minuten wöchentlich, eine halbe Stunde monatlich. Mehr braucht es bei einer normalen Unternehmenswebsite nicht.
Was ich Kunden dazu sage: Die Search Console beantwortet zwei Fragen, die man sonst nur raten kann — findet Google meine Seiten, und wonach suchen die Leute, die bei mir landen. Alles andere darin ist Zugabe.
Quellen
- Udemy, Google Search Console — wie du sie für SEO nutzt (April 2026) — die drei Einrichtungsschritte mit der Empfehlung der Domain-Property wegen der Abdeckung aller Unterdomains, DNS-Bestätigung und Sitemap-Einreichung, die Verknüpfung mit Analytics und die Verzögerung von bis zu 48 Stunden, die vier Kennzahlen des Leistungsberichts mit der Einordnung, dass die Position wegen der Suchergebnis-Sonderformate nicht der Rangposition entspricht und Klicks wichtiger sind als Position, die Filter- und Vergleichsmöglichkeiten, die Datenvorhaltung von 16 Monaten und die Empfehlung regelmäßiger Exporte, die Trennung von Marken- und Nicht-Marken-Anfragen, die Prüfung der Suchabsicht mit den vier Absichtstypen, die Identifikation von Seiten mit vielen Impressionen und niedriger Klickrate als Optimierungskandidaten samt Schwellenwert, die Empfehlungen zu Seitentitel (60–70 Zeichen) und Beschreibung sowie zur inhaltlichen Ergänzung um häufige Fragen, die Indexierungsberichte mit ihren Kategorien einschließlich Soft 404 und der Warnung, Fehlerseiten nicht pauschal auf die Startseite zu leiten, das URL-Prüfwerkzeug mit Live-Test, Bildschirmfoto und Ressourcenprüfung, der Hinweis, den
site:-Operator nicht für Indexierungsanalysen zu verwenden, die Core-Web-Vitals-Schwellenwerte, der HTTPS-Bericht mit der Empfehlung dauerhafter Weiterleitungen, die Einordnung strukturierter Daten mit dem Unterschied zwischen Fehlern und Warnungen und dem Hinweis, dass Google eigenständig über die Anzeige entscheidet, die interne Verlinkung nach dem Pyramidenprinzip und die Empfehlung aussagekräftiger Linktexte, die Einordnung der Backlink-Daten als unvollständig sowie das Erkennungsmuster für Spam-Links, die Berichte zu Sicherheitsproblemen und manuellen Maßnahmen als erste Anlaufstelle bei plötzlichem Verkehrsverlust, der Crawling-Bericht mit Abrufanzahl, Serverantwortzeit und Statuscodes, die Empfehlung wöchentlicher Kontrolle, die Nutzung von Anmerkungen zur Dokumentation wichtiger Ereignisse, und der Grundsatz, Seiten ohne Verkehr und ohne Mehrwert zu löschen oder zusammenzuführen. - Atlas,
services/analytics/google-pagespeed.md— die Grenzwerte für LCP, INP und CLS, die auch im Nutzerfreundlichkeitsbericht der Search Console angezeigt werden, sowie die Herkunft dieser Werte aus echten Nutzerdaten. - Eigene Prüfpraxis — die Einordnung, dass die Search Console keine Daten vor ihrer Einrichtung kennt, der empfohlene Rhythmus aus wöchentlicher Kurzkontrolle, monatlicher Auswertung und quartalsweiser Durchsicht der Suchanfragen, die Unterscheidung zwischen Seiten, die Verkehr bringen sollen, und solchen, die es nicht sollen, und die Reihenfolge der Arbeitsschritte für den Einstieg.